Posts

Es werden Posts vom September, 2018 angezeigt.

Wie geht man mit schwierigen Menschen um - ohne selbst einer zu sein

Bild
Die Frage, wie wir mit schwierigen Menschen umgehen können , wird in der Mai-Ausgabe der buddhistischen Zeitschrift Lion’s Roar thematisiert. Norman Fischer hat dafür einen wunderbaren Beitrag mit dem Titel „Ego Is the Real Culprit“ (Das Ich ist der Übertäter) geschrieben, den ich hier ein wenig gekürzt und ins Deutsche übertragen wiedergeben möchte. Den buddhistischen Rahmen, indem der Aufsatz im Original steht, habe ich weggelassen, ohne dass sich dadurch die Aussage und die Kraft der Aussage im Kern ändert:
Das „Selbst“ ist ein Grundproblem der menschlichen Existenz. Wir sind uns unseres „Selbst“ völlig sicher. Ich bin ich - klar. Wer sollte ich sonst sein? Aber was ist dieses „Selbst“? Wer bin ich?
Wenn ich ich bin und nicht Sie oder ein anderer, dann steckt darin immer auch eine Verwundbarkeit. Denn mein „Ich“ muss sich, um selbst sein zu können, gegen einen Anderen abgrenzen und behaupten, der sich entsprechend gegen mich behauptet. So nimmt das „Selbst“ ganz natürlich eine aggres…

Selbstregulation: Wieder zur Ruhe kommen

Bild
Unser Leben, unsere Lebensenergie schwingt ständig zwischen Entspannung und Anspannung, Aufregung und Ruhe. Dafür verantwortlich sind das sympathische, aktivierende und das parasympathische, entspannende Nervensystem. Egal ob wir mit uns selber beschäftigt oder in Kontakt mit anderen Menschen oder unserer Umwelt sind - wir reagieren auf das, was passiert, entweder entspannt und ruhig oder aufgeregt, angespannt, ängstlich und wütend. Solange dieses ganz natürliche Hin und Her tatsächlich ein Schwingen ist, ist alles in bester Ordnung. Rhythmus ist unser Leben.
Viele Menschen leben jedoch in einem Zustand übermäßiger oder auch dauerhafter Anspannung, Unruhe und Angst.
Sie stehen vielfältigen Anforderungen gegenüber und erleben einen enormen Leistungsdruck, der sie frustriert, dauerhaft stresst und ihnen Angst macht. Sie sehen sich konfrontiert mit Vorwürfen und Anschuldigungen. Sie spüren, wie ihre Grenzen nicht respektiert, sondern verletzt werden. Sie sind in einem Zustand hoher Erregun…

Ich, Du und die Welt - Wie wahr ist unsere Wahrnehmung?

Bild
Wir alle nehmen die Welt, den anderen und uns selbst durch die Filter unserer Wahrnehmung wahr. Sie erfolgt über unsere Sinnesorgane, wie zum Beispiel das Ohr, das wie alle Sinnesorgane physiologisch begrenzt ist. Wir können nur Töne und Geräusche in einem begrenzten Frequenzbereich hören, der im Alter auch noch im Hochtonbereich stark abnimmt, was dazu führt, dass Musik für uns dann nicht mehr so brillant klingt. Zum anderen ist die Wahrnehmung durch unsere Hörgewohnheit geprägt: Unterschiede bei Sprachlauten anderer Sprache hören wir gar nicht, weil wir in den ersten Jahren unseres Lebens nicht gelernt haben, auf diese Unterschiede zu achten. Und Wahrnehmung wird durch unseren psychischen Zustand verändert: Wenn wir uns bedroht fühlen, hören wir nicht, was der andere sagt, sondern vor allen Dingen wie er es sagt und werden vielleicht wütend.
Diese Wahrnehmungsfilter helfen uns zwar, die manchmal konfuse und unvorhersehbare Welt einfacher wahrzunehmen und geben uns Sicherheit. Anderseit…